Lohnt sich eine Photovoltaikanlage für mein Haus?

Moin,

diese Frage höre ich in letzter Zeit fast täglich. Und ich verstehe warum: Die Strompreise steigen, alle reden über Photovoltaik, und gefühlt hat jeder Zweite schon Module auf dem Dach. Da fragt man sich zwangsläufig, ob sich eine PV-Anlage wirklich lohnt – oder ob das alles ein bisschen übertrieben ist.

Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Aber meistens lohnt es sich.

Und damit das keine nichtssagende Aussage bleibt, gehe ich das hier Schritt für Schritt durch…

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Der häufigste Denkfehler: Die Leute schauen auf den Gesamtpreis und erschrecken. Dabei ist der Preis pro Kilowatt Peak (kWp) die bessere Zahl.

Für ein Einfamilienhaus rechnet man grob mit 5 bis 10 kWp Leistung. Der Marktpreis liegt aktuell bei etwa 1.200 bis 1.800 € pro kWp – inklusive Montage, Wechselrichter und Anmeldung. Eine typische PV-Anlage mit 7 kWp kostet also irgendwo zwischen 8.500 und 13.000 €.

Dazu kommt optional ein Stromspeicher. Der macht die PV-Anlage deutlich effizienter, kostet aber extra – meist 4.000 bis 8.000 € je nach Kapazität. Ob sich das lohnt, hängt stark vom eigenen Verbrauchsprofil ab.


 

Was bringt eine PV-Anlage ein?

Zwei Wege:

Erstens: Eigenverbrauch. Strom, den Sie selbst verbrauchen, kaufen Sie nicht mehr vom Netz. Bei einem Netzpreis von rund 30 Cent pro kWh lohnt sich das direkt.

Zweitens: Einspeisung. Was Sie nicht selbst verbrauchen, geht ins Netz. Die Vergütung dafür liegt aktuell bei etwa 8 bis 12 Cent pro kWh – also deutlich weniger als der Netzpreis. Deshalb gilt: Je mehr Sie selbst verbrauchen, desto mehr lohnt sich die PV-Anlage.

Ein Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch und einer gut ausgelegten Photovoltaikanlage kann realistisch 40–60 % seines Strombedarfs selbst decken – mit Speicher auch mehr.


 

Wie lange, bis sich die PV-Anlage amortisiert?

Ohne Speicher: 8 bis 12 Jahre. Mit Speicher: eher 12 bis 16 Jahre. Die Anlagen halten aber 25–30 Jahre. Der Zeitraum, in dem Sie quasi kostenlos Strom produzieren, ist also deutlich länger als die Rückzahlungsphase. Über die gesamte Laufzeit lohnt sich Photovoltaik für die meisten Häuser klar.

Was die Rechnung beeinflusst: Ihr Stromverbrauch, wann Sie Strom verbrauchen (tagsüber oder abends), das Dach (Ausrichtung, Neigung, Verschattung) und natürlich der Anschaffungspreis.


 

Welche Förderungen gibt es?

Die wichtigsten Punkte Stand heute:

Seit 2023 gilt für Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern 0 % Mehrwertsteuer auf Kauf und Montage. Das spart sofort rund 2.000 bis 3.000 € bei einer Standardanlage – und macht PV nochmal attraktiver als zuvor.

Die KfW bietet zinsgünstige Kredite über das Programm 270 (Erneuerbare Energien). Kein Zuschuss, aber günstige Finanzierung – das macht einen Unterschied, wenn man nicht alles aus eigener Tasche zahlt.

Einige Bundesländer und Kommunen haben zusätzliche Fördertöpfe. Das lohnt sich zu prüfen, ist aber regional sehr unterschiedlich.


 

Was viele bei Photovoltaik falsch einschätzen

Ich erlebe immer wieder dieselben Missverständnisse:

„Mein Dach ist nach Osten/Westen ausgerichtet – da lohnt sich PV nicht.“

Stimmt nicht. Süd ist optimal, Ost/West bringt aber noch 70–85 % der Leistung. Und Ost-West-Dächer haben sogar einen Vorteil: Die Produktion verteilt sich über den Tag, statt mittags zu pieken.

„Ich warte noch, bis die Preise weiter fallen.“

Die Modulpreise sind seit Jahren stabil. Wer seit 2020 wartet, hat in der Zwischenzeit viel Strom teuer zugekauft. Das Warten lohnt sich nicht mehr.

„Mit Speicher lohnt sich die PV-Anlage viel mehr.“

Ja und nein. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, hat aber auch Verluste und kostet Geld. Ob er sich lohnt, hängt vom Verbrauchsprofil ab – wer tagsüber zuhause ist und viel Strom verbraucht, braucht ihn weniger dringend.

„Das läuft dann einfach so.“

Eine PV-Anlage braucht gelegentlich Wartung. Wechselrichter haben eine Lebensdauer von 10–15 Jahren. Das sollte man in der Rechnung haben.

 

Fazit: Lohnt sich Photovoltaik?

Für die meisten Einfamilienhäuser in Norddeutschland lohnt sich eine Photovoltaikanlage auf jeden Fall.

Vor dem Kauf aber unbedingt ein Aufmaß machen lassen. Jedes Dach ist anders, und eine seriöse PV-Anlage wird immer individuell berechnet – nicht mit einem Online-Rechner aus der Werbung.

Wir von Elektro Joost installieren Photovoltaik seit Mitte 2022 und kennen die Tücken:

falsches Aufmaß, günstige Wechselrichter, die nach drei Jahren schlapp machen, oder Anlagen, die nicht optimal ausgerichtet sind. Das muss nicht sein.

 

Wenn Sie wissen möchten, ob sich eine PV-Anlage für Ihr Dach lohnt – rufen Sie an. Wir schauen’s uns gerne an.

📞 04751 / 911 105 | info@elektro-joost.net